# 5 Stress
Shownotes
Was haben Säbelzahntiger und Vorspiel gemeinsam?
In dieser Folge lernen wir etwas darüber, welche unterschiedlichen Formen von Stress es gibt, und was genau wir eigentlich darunter verstehen. Es gibt Vorschläge zum Umgang mit Stress und der Impuls der Woche ist ein 30 Sekunden Nervensystem-Reset für akute Momente. Das und noch einiges gibts in Folge 5 von kön_gold
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00:00:00: Herzlich willkommen in der nächsten Folge Könngold.
00:00:02: Heute geht es um das Thema Stress und was passiert, wenn der Körper auf Alarm schaltet?
00:00:07: Das Ganze gibt's gleich im Podcast – wir hören uns!
00:00:30: In Folge eins, da haben wir uns ja schon gefragt was psychische Gesundheit eigentlich bedeutet und warum sie für euch als Musikerinnen und Musiker so eine besondere Dimension hat.
00:00:43: Und heute gehen wir einen Schritt weiter und schauen uns etwas an das wir alle kennen nämlich Stress!
00:00:50: Heute mal nicht als Modewort auch nicht als Ausrede wenn man nicht so verbindlich sein will sondern als dass was es wirklich ist, nämlich eine biologische Reaktion die unser Körper seit Jahrtausenden kennt und die im Konzertsaal genauso ausgelöst wird wie bei einem Überlebenskampf mit einem Sebelzahntiger zum Beispiel.
00:01:11: Block eins, was bei Stress im Körper passiert?
00:01:15: Also wenn unser Gehirn eine Situation als bedrohlich einstuft... Egal ob es der eben genannte Säbelzantiger ist oder ein Vorspielend für den Traumjob, im Körper läuft genau das gleiche Programm ab.
00:01:29: Die Amygdala, das ist ein kleiner Bereich im Gehirn, schlägt Alarm und dann werden Stresshormone ausgeschüttet vor allem Adrenalin- und Cortisol und dann steigt der Herzschlag dem Muskeln spannen sich an die Atmung wird flacher und die Sinne schärfen sich.
00:01:43: Der Körper bereitet sich vor auf Kämpfen oder Fliehen Und das ist kein Fehler im System, dass es ein uralter Schutzmechanismus und der funktioniert.
00:01:54: Der hat dafür gesorgt, dass unsere Vorfahren überlebt haben – die körperlichen Reaktionen haben eine effektive Schutzreaktion zum Beispiel Ebenkämpfen oder Fliehen überhaupt erst möglich gemacht!
00:02:06: Und das Problem heute ist, dass unser Nervensystem gar nicht unterscheiden kann zwischen echter Gefahr oder wahrgenommener Gefahr.
00:02:14: Also ein schwieriges Vorspielen!
00:02:16: Ein Konflikt mit einer Mitschülerin oder einer Lehrkraft – eine Prüfung erzeugt genau den gleichen Stress und der Körper reagiert auch gleich.
00:02:24: Während eines ganz entscheidenden Vorspiels isst man also plötzlich gar nicht mehr so besonders musisch- oder künstlerisch drauf sondern eher kampfbereit.
00:02:36: Block zwei, kurzfristiger Stress gegen Dauerstress.
00:02:41: Das ist eine wichtige Unterscheidung – denn nicht jeder Stress ist gleich!
00:02:46: Kurzfristiger stress?
00:02:48: Also die Anspannung vor einem Auftritt, die Konzentration in einer anspruchsvollen Probe oder der Fokus kurz vor einer Prüfung?
00:02:55: Das ist nicht normal, das ist Stress aber der ist sogar hilfreich.
00:03:00: Der schärft die Aufmerksamkeit mobilisiert Energie und steigert die Leistungen Und viele Musikerinnen und Musiker beschreiben, dass sie unter einem gewissen Druck dann sogar besser spielen.
00:03:11: Bis zu diesem Punkt hilft uns also die Biologie.
00:03:15: Problematisch wird das wenn dieser Zustand zu extrem zum Beispiel zur Auftrittsangst wird oder dann sogar zum Dauerzustand mutiert.
00:03:24: Wenn der Körper nicht mehr zur Ruhe kommt, wenn Cortisol dauerhaft erhöht ist ohne dass jemals Erholung folgt.
00:03:31: Und dieser chronische Stress hat messbare Auswirkungen.
00:03:35: Der Schlaf verschlechtert sich, Konzentration lässt nach und das Immunsystem wird sogar geschwächt – mit der Zeit wird auch unsere Stimmung immer unstabiler.
00:03:44: Warum das für uns besonders relevant ist?
00:03:46: Die Verbindung zum eigenen Ausdruck leidet!
00:03:49: Man spielt aber man ist nicht so wirklich dabei.
00:03:53: Der Unterschied zwischen kurzfristigem und chronischem Stress, das ist also nicht nur eine Theorie.
00:03:58: Das ist eine sehr praktische Angelegenheit und es lohnt sich diesen Unterschied zu kennen und auch zu beobachten.
00:04:06: Block drei, Stress und Musiker da sein!
00:04:10: Jetzt wird's mal ganz konkret für euch.
00:04:12: Also Lampenfieber ist im Grunde nichts anderes als eine Stressreaktion, soweit waren wir schon.
00:04:17: Und wie wir gerade gehört haben ein gewisses Master von es gar nicht unser Feind!
00:04:22: Es ist Energie die uns auf den Moment vorbereitet.
00:04:27: was dann den Unterschied macht ist wie wir damit umgehen denn Alarm ist eben nicht das gleiche wie Gefahr.
00:04:33: Das wissen wir, wenn wir mal an den Feueralarm denken.
00:04:36: Wenn wir wissen das ist eine Probe sind wir relativ entspannt und tapern ganz gemütlich zum Ausgang.
00:04:42: Und wenn wir das nicht sicher wissen, wenn es vielleicht sogar irgendwo plötzlich nach Rauch riecht, dann werden wir wahrscheinlich etwas schneller unterwegs sein.
00:04:51: Mit diesem System, das wir uns merken können, Alarm ist nicht das Gleiche wie Gefahr.
00:04:55: Das ist etwas was uns hilft zu relativieren wenn wir in so eine Stressreaktion kommen.
00:05:00: Die Forschung zeigt dass Musikerinnen und Musikern die Lampenfieber als Aktivierung interpretieren.
00:05:05: also mein Körper bereitet sich vor.
00:05:08: Performen deutlich besser als diejenigen die es als Bedrohung erleben.
00:05:12: Es ist die gleiche körperliche Reaktion aber zwei völlig verschiedene Ergebnisse.
00:05:17: Und das ist kein Trick den man einfach so anwenden kann, es ist eine Wahrnehmungsübung die sich mit der Zeit verändern lässt.
00:05:23: Es lohnt sich diesen Perspektivwechsel bewusst vorzunehmen und sich anzutrainieren!
00:05:38: und hohe Anforderungen an sich selbst.
00:05:40: Das haben auch sehr viele von uns, das sind eben keine einmaligen Stressmomente sondern auch Dauerthemen.
00:05:46: Und genau deshalb ist es wichtig, dass zu beobachten und eigene Wege zu entwickeln wie man jeweils damit umgehen möchte.
00:05:54: Zwar nicht um den Stress wegzumachen – das funktioniert nichts macht auch keinen Sinn!
00:05:57: Wie gesagt, Stress hat eine Funktion, sondern damit der Stress nicht die Oberhand gewinnt und damit wir ihn im besten Falle sinnvoll und bewusst nutzen können.
00:06:09: Kommen wir zum Impuls der Woche.
00:06:11: Der ist heute physiologisch, also direkt am Körper angesetzt.
00:06:15: Wenn ihr das nächste Mal merkt dass ihr in einer Stresssituation geratet kurz vor einem Auftritt von der Prüfung In einen schwierigen Moment probiert mal folgendes Einmal lang und tief einatmen Und dann doppelt solange wieder ausatmen.
00:06:29: Also zum Beispiel vier Sekunden einatmen, richtig tief Luft holen und dann langsam acht Sekunden ausatmen.
00:06:36: Das ist ein direkter Eingriff in das Nervensystem.
00:06:39: Dieses lange Ausatmen aktiviert den Parasympathikus, den Teil des Nervenystems der für Ruhe- und Erholung zuständig ist.
00:06:47: Und der Körper bekommt damit ein ganz klares Signal nämlich die Gefahr ist vorbei!
00:06:52: Wir atmen nämlich ganz natürlich tief aus, wenn ein Schreck oder eine Gefahr vorbei sind.
00:06:57: Und mit dieser Übung können wir das Signal bewusst an unser Nervesystem senden.
00:07:01: Das dauert nicht lange und es funktioniert – auch kurz vor dem Auftritt!
00:07:07: Wenn es noch nicht perfekt funktioniert hat, dann kann man's ja auch ein zweites Mal machen.
00:07:21: mit jemandem darüber sprechen möchtet.
00:07:23: Ihr wisst, wie ihr mich kontaktieren könnt!
00:07:25: Meine Beratung kann – wenn ihr das wollt – immer anonym und unverbindlich stattfinden.
00:07:30: In den nächsten Folgen schauen wir uns die Themen Leistungen, Vergleichs- und Perfektionismus genauer an.
00:07:36: Also die Frage wann hohe Ansprüche an sich selbst antreiben?
00:07:40: Und Wann sie problematisch werden?
00:07:42: Ich denke es ist ein Thema, das vielen von euch bekannt ist.
00:07:45: Ich freue mich auf die nächsten Folgenden mit euch.
00:07:47: Bis dann!
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